Wir brauchen ein Sanierungsprogramm für Schwimmbäder!

Veröffentlicht am 09.01.2020 in Wahlkreis

Der Heidenheimer SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende der Landtagsfraktion und Landespartei Andreas Stoch fordert mit seiner Fraktion im Landtag ein eigenes Sanierungsprogramm mit 30 Millionen Euro für die Sanierung von Schwimmbädern im Land. An jeder vierten Grundschule im Land kann kein Schwimmunterricht stattfinden, ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Kultusministeriums. Hauptgrund ist zumeist, dass es aufgrund des Bädersterbens in den Städten und Gemeinden einfach kein Schwimmbad mehr in der Nähe der Schulen gibt.

Stoch hat nun im Rahmen einer parlamentarischen Initiative nachgehakt, wie die Situation im Kreis Heidenheim konkret aussieht. „Insgesamt fällt das Ergebnis im Kreis im Vergleich zum Land relativ gut aus“, stellt der Abgeordnete anhand der Antwort des Kultusministeriums auf seine Kleine Anfrage dar. Von den 33 Grundschulen im Kreis, die an der Erhebung teilgenommen haben, bieten 31 Schulen einen Schwimmunterricht an. Das sind knapp 94 Prozent. Damit liegt der Kreis deutlich über dem Durchschnitt des Landes. Schaue man aber genauer hin, dann gebe es auch hier durchaus Probleme. Nach Auskunft des Ministeriums haben am Ende ihrer Grundschulzeit rund 74,4 Prozent – das entspricht 897 von insgesamt 1.206 Schülerinnen und Schülern - im Schuljahr 2018/2019 mindestens die Basisstufe der Schwimmfähigkeit erreicht. „Das heißt aber, dass letztendlich jedes vierte Kind im Kreis am Ende der vierten Klasse nicht schwimmen kann. Das sind definitiv zu viele!“, moniert Stoch.

Als Gründe führt das Ministerium an, dass Schulen kein geeignetes Schwimmbad in der Nähe haben und zu viel wertvolle Zeit für den Transfer von der Schule zum Schwimmbad verloren gehe. So benötigten 22 der 33 befragten Schulen einen Transfer mit teilweise erheblichem Zeitbedarf. Auch fehlen manchen Schulen die notwendigen Lehrerstunden bzw. ausreichend qualifiziertes Personal, um den Schwimmunterricht erfolgreich durchführen zu können. „Das ist so keineswegs akzeptabel. Wir würden ja auch nicht zusehen, wenn nicht überall Mathe unterrichtet werden könnte“, so der frühere Kultusminister. „Bei der Sicherheit unserer Kinder dürfen wir genauso wenige Abstriche machen. Hier darf nicht mit zweierlei Maß gemessen werden.“ Doch genau das sei aktuell der Fall, obwohl die Schwimmfähigkeit klar als Lernziel im Bildungsplan formuliert ist. Stoch sieht hier deutlichen Handlungsbedarf: „Wir müssen dafür sorgen, dass alle Kinder richtig schwimmen können. Und dafür brauchen wir mehr Schwimmbäder.“

In den Verhandlungen zum Doppelhaushalt 2020/21 hat die SPD-Landtagsfraktion ein Sanierungsprogramm des Landes für Schwimmbäder gefordert. Die Regierungsfraktionen haben den Antrag abgelehnt, was für Stoch völlig unverständlich ist. „Die von uns geforderten 30 Millionen Euro hätten Grün-Schwarz bei der derzeitigen guten Kassenlage nicht wehgetan und vor Ort viel bewirkt.“ Die Städte und Gemeinden bräuchten angesichts des Sanierungsstaus die finanzielle Unterstützung des Landes, sonst bleiben und werden weitere Schwimmbäder geschlossen.

 
 

Homepage Andreas Stoch

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