Gleichstellung ist eine Frage der Gerechtigkeit – #PressforProgress

Veröffentlicht am 06.03.2018 in Arbeitsgemeinschaften

Die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF) im Kreis Biberach weist zum Internationalen Frauentag am 8. März auf erreichte – und auch nicht erreichte - Ziele der Gleichstellungspolitik hin. Am 17. März wird sie auf dem Biberacher Marktplatz wieder Crêpe verkaufen, die für Männer ein Fünftel mehr kosten als für Frauen, um auf die bestehenden Lohnunterschiede aufmerksam zu machen.

Frauen verdienen durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer, deshalb müssen sie bei uns am Equal Pay Day auch 21 Prozent weniger bezahlen“, erläutert die Kreisvorsitzende Dagmar Neubert-Wirtz die Aktion der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. Ergänzt wird der Verkauf der Leckereien von der Luftballonaktion „Das ist doch zum in die Luft gehen“ von der Agendagruppe Geschlechtergerecht.

Seit über 100 Jahren macht der Internationale Frauentag weltweit auf die andauernde Auseinandersetzung um Gleichberechtigung, Gerechtigkeit und gegen Unterdrückung aufmerksam. Alltagssexismus, sexuelle Übergriffe, auf die derzeit mit der #metoo Kampagne hingewiesen wird oder die diskriminierende Lohnlücke von 21 % sind nur einige Beispiele hierfür.

Die männliche Dominanz in Politik, Wirtschaft, Kultur, Medien, Sport und auch Sprache hat die Gesellschaft geprägt. Selbst wenn sich in den letzten Jahrzehnten einiges bewegt hat, so finden wir dennoch unzählige Beispiele, in denen Frauen diskriminiert werden. Dass wir in einer Gesellschaft leben, die noch immer in sexistischen Strukturen verhaftet ist, lässt sich nicht abstreiten. Frauen sind in den Entscheidungsgremien deutlich unterrepräsentiert. Dagegen gehen wir gemeinsam an“, betont die ASF-Kreisvorsitzende Dagmar Neubert-Wirtz.

Den Fokus habt die ASF beim diesjährigen Frauentag auf 100 Jahre Frauenwahlrecht und auf die Reform des Landtagswahlrechts gesetzt: obwohl das Frauenwahlrecht in Deutschland seinen 100. Geburtstag feiert, sind nach wie vor viel zu wenig Frauen in den Parlamenten vertreten; insbesondere in Baden–Württemberg. Daher fordern die SPD-Frauen die Änderung des Landtagwahlrechts in ein Zwei-Stimmen-Listenwahlrecht. Damit dies wirken kann, muss es von einem Parité-Gesetz flankiert werden.

Das Parité-Gesetz werde nicht über Nacht kommen, daher ist es wichtig, sich mit anderen progressiven Frauenorganisationen auszutauschen und weiterhin Kräfte zu bündeln, um gleichstellungspolitisch weiter voran zu kommen. Dies sei ganz im Sinne des Internationalen Frauentages, gruppen- und organisationsübergreifend hartnäckig die Geschlechterparität voranzutreiben, so Neubert-Wirtz weiter.

 
 

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